Psychische Gefährdungsbeurteilung

Seit 2013 ist der Schutz vor psychischen Gefahren im Arbeitsschutzgesetz verankert. Die damit einhergehenden Haftungsrisiken sind aber nur ein Grund warum es für Arbeitgeber Sinn macht sich mit der Beurteilung psychischer Belastungen auseinanderzusetzen. Die psychische Gefährdungsbeurteilung bietet eine hervorragende Grundlage für die Weiterentwicklung der Struktur und Kultur der gesamten Organisation.

Was ist die psychische Gefährdungsbeurteilung?

Die psychische Gefährdungsbeurteilung ist eine systematische Beurteilung der strukturellen und kulturellen Faktoren, die zu psychischer Belastung bei den Mitarbeitern führen. Es geht dabei explizit nicht darum einzelne Mitarbeiter in ihrer Belastungsfähigkeit oder einzelne Führungskräfte in ihrem Führungsstil zu bewerten. Die Ergebnisse werden in Tätigkeitsbereichen zusammengefasst und anonymisiert ausgewertet.

Grob betrachtet gliedert sich die Beurteilung in drei Phasen. Eine Analysephase, eine Veränderungsphase und eine Evaluationsphase. In der Analysephase werden Informationen über den aktuellen Stand der Belastungen erhoben. Dabei können je nach Größe und Kultur der Organisation unterschiedliche Methoden angewandt werden. Von der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) werden hierfür die Mitarbeiterbefragung, Experteninterviews oder Analyseworkshops empfohlen. In der Veränderungsphase werden dann gemeinsam Verbesserungsvorschläge und Maßrahmenpläne für die konkrete Verbesserung der Belastungssituationen erarbeitet, dokumentiert und umgesetzt. Mit etwas zeitlichem Abstand wird in der Evaluationsphase dann die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft und gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen.

Intern oder extern durchführen?

Jede Organisation muss für sich entscheiden, ob sie die psychische Gefährdungsbeurteilung komplett durch eigene Mitarbeiter durchführt oder sich punktuell extern unterstützen lässt. Damit die Maßnahme gesetzeskonform umgesetzt wird sollten neben formalen Kriterien aus der entsprechenden Handreichung der GDA die folgenden Erfolgsfaktoren berücksichtigt werden:

  1. Einbindung der Geschäftsführung und Bereitstellung von Ressourcen
  2. Einbindung von Führungskräften und betrieblicher Interessenvertretung
  3. Planung und Begleitung durch ein Steuerungsgremium
  4. Herstellung von Transparenz über die Durchführungsschritte und Wahrung der Anonymität
  5. Realistische Zeitplanung
  6. Workshops moderiert von qualifizierten, neutralen Personen
  7. Vereinbarung von konkreten Zielen und Maßnahmen
  8. Überprüfung der Wirksamkeit nach angemessener Zeit

Dafür braucht es Kompetenz und zeitliche Ressourcen in den folgenden Bereichen:

  •  Veränderungsmanagement
  •  Moderation
  •  Projektmanagement
  •  Hintergrundwissen über psychische Belastungen
  •  Organisationsentwicklungserfahrung
  •  Verbesserungskonzepte
  •  ggf. Durchführung einer Online-Befragung (mit Datentreuhänder)

Letztlich gibt es kein Durchführungskonzept was für alle Organisationen gleichermaßen passt. Je nach Größe, Branche, Organisationskultur und individuellen Belastungsfaktoren bieten sich unterschiedliches Ansätze an, um das Verfahren sowohl effektiv als auch ressourcensparend umzusetzen.

Angebot

Gerne unterbreite ich ihnen einen unverbindlichen Vorgehensvorschlag für eine Psychische Gefährdungsbeurteilung, angepasst auf ihr Unternehmen bzw. Organisation. Nehmen sie dazu bitte Kontakt per auf.